Okay, lasst uns kurz über die obligatorische Klärung des Begriffes „Agile“ reden. Ich erlebe es sehr häufig, dass dieser Begriff einfach inflationär genutzt wir, ohne denn ganz genau zu wissen, was damit gemeint ist. Sachen wie „wir machen das mal eben, wir sind doch agil“ kommen ziemlich häufig, einfach unter der Annahme, dass man mit dem Begriff alles erschlagen kann, was so vor uns liegt. Das ist es nämlich gerade nicht.

Im Kern des Begriffes liegt ein Ski-Ausflug Anfang 2001 in den Wasatch mountains in Utah. Denn genau dort haben sich damals 17 führende Software-Entwickler zusammengehockt und sich gemeinsam überlegt, in welcher Art und Weise zukünftig mit der Software-Entwicklung umgegangen werden sollte. Es gab viele ähnliche und auf komplexe Probleme anwendbare Vorgehensweisen, die um diese Zeit parallel aus dem Boden schossen (Scrum, Extreme Programming, Feature Driven Development, Pragmatic Programming). Deshalb war es wohl höchste Zeit, sich an einen runden Tisch zu setzen, um ein gemeinsames Konzept auszuarbeiten. Im Zuge dessen konnte sie das Committee auf ein gemeinsames sogenanntes „Agile Manifesto“, also das Agile Manifest einigen.

Teil des agilen Manifests waren 12 Prinzipien und vier Wertepaare (https://agilemanifesto.org/). Zur Vollständigkeit führe ich diese Punkte hier mal auf:

Die vier agilen Wertepaare:

  • Individuen und Interaktionen mehr als Prozesse und Werkzeuge
  • Funktionierende Software mehr als umfassende Dokumentation
  • Zusammenarbeit mit dem Kunden mehr als Vertragsverhandlung
  • Reagieren auf Veränderung mehr als das Befolgen eines Plans

Die 12 agilen Prinzipien:

Unsere höchste Priorität ist es, den Kunden durch frühe und kontinuierliche Auslieferung wertvoller Software zufrieden zu stellen.

Heisse Anforderungsänderungen selbst spät in der Entwicklung willkommen. Agile Prozesse nutzen Veränderungen zum Wettbewerbsvorteil des Kunden.

Liefere funktionierende Software regelmäßig innerhalb weniger Wochen oder Monate und bevorzuge dabei die kürzere Zeitspanne.

Fachexperten und Entwickler müssen während des Projektes täglich zusammenarbeiten.

Errichte Projekte rund um motivierte Individuen. Gib ihnen das Umfeld und die Unterstützung, die sie benötigen und vertraue darauf, dass sie die Aufgabe erledigen.

Die effizienteste und effektivste Methode, Informationen an und innerhalb eines Entwicklungsteams zu übermitteln, ist im Gespräch von Angesicht zu Angesicht.

Funktionierende Software ist das wichtigste Fortschrittsmaß.

Agile Prozesse fördern nachhaltige Entwicklung. Die Auftraggeber, Entwickler und Benutzer sollten ein gleichmäßiges Tempo auf unbegrenzte Zeit halten können.

Ständiges Augenmerk auf technische Exzellenz und gutes Design fördert Agilität.

Einfachheit — die Kunst, die Menge nicht getaner Arbeit zu maximieren — ist essenziell.

Die besten Architekturen, Anforderungen und Entwürfe entstehen durch selbstorganisierte Teams.

In regelmäßigen Abständen reflektiert das Team, wie es effektiver werden kann und passt sein Verhalten entsprechend an.

Diese Werte und Prinzipien stellen die Basis agiler Arbeit dar.

Was seine Ursprünge in der Software-Entwicklung hat, kann grundsätzlich komplett für Produkte aller Art angewandt werden, aber auch teilweise für Anwendungsbeispiele, bei denen nicht an einem Produkt gearbeitet wird. Einige oben genannte Punkte machen halt immer Sinn und nicht nur dann, wenn dabei ein Produkt entsteht.

Mein Ziel mit diesem Beitrag ist es, erst einmal eine gemeinsame Basis zu schaffen, auf welcher dann aufbauend die zukünftigen Themen behandelt werden.

Vielen Dank und einen besten Gruß

Adam

Kategorien: Agile

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